Essener Senioren Gemeinschaft e.V.

Ausführlicher Bericht (im echo Nr. 86 (S. 23/24 verkürzt)

 

Radtour an die Ems nach Meppen vom 17. – 23.06.2019

 

Montag, 17.06.2019

Nach 160 Kilometern kurzer reibungsloser Fahrt trafen sich die in Fahrgemeinschaften angereisten 21 Fahrradfans der esg im Hotel Tiek in Meppen. Erwartet wurden sie schon von ihrem Radwanderführer Erich Lüttenberg und seiner Frau Maria, der guten Seele der Gruppe. Alles war bestens vorbereitet! Drei Neue gab es, das Alter der Gruppenmitglieder lag zwischen 65 und 83 Jahren, gefahren wurde mit eigenen sowie angemieteten Rädern, außer den vielen Pedelecs gab es vier traditionelle Drahtesel. Das Gelände war überwiegend flach und zeichnete sich durch ein wirkliches „Premiumradnetzwerk“ im idyllischen, grünen und wasserreichen Emsland aus.

Das Hotel Tiek mit den komfortablen Zimmern und seinen kulinarischen Köstlichkeiten sollte für eine Woche mit gastfreundlicher Atmosphäre das Zuhause der Gruppe sein. Mit seiner grünen emsländischen Lage, nur 2,5 km von der Innenstadt entfernt, ist das Hotel ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung des Emslands. Auf sternförmigen Radtouren entdeckten wir das wunderschöne Emsland entlang von Ems, Hase, Nordradde und Dortmund-Ems-Kanal und lernten viele interessante Sehenswürdigkeiten kennen.

So ging es nach einem Kaffeeklatsch in der Koppelschleuse gleich am ersten Tag bei einer Fahrstrecke von 18,5 km zum Einfahren mit einer Stadtrundfahrt los, vorbei an der herrlich gelegenen Kneippanlage und zur Besichtigung des Rathauses der Stadt Meppen. Das Rathaus wurde 1408 erbaut und auf seiner Spitze zeugt ein Schiff von der Verbindung zur Hanse im Mittelalter. Ein anschließender Stadtrundgang rundete unser Bild von Meppen ab.

Dienstag, 18.06.2019

Pünktlich um zehn Uhr starteten wir mit den Drahteseln. Nach der sanften Schnuppertour vom Vortag gab es noch keine Wehwehchen.

Dieser Tag bescherte uns erst einmal einen leicht zu behebenden Platten und 51 Tageskilometer.

Ausgangspunkt der Etappe bildete die in den 1950er Jahren erbaute „Schleuse Meppen“ bei Kilometer 164 des Dortmund-Ems-Kanals. Vorbei ging’s an diesem Kanal bis zum Geester Speicherbecken, wo einige sich nicht vom Baden im kalten Wasser abschrecken ließen. An der Ems entlang ging es zurück. Auf der herrlichen Terrasse des Hotels langten dann alle beim Grillbuffet ordentlich zu.

Mittwoch, 19.06.2019

Heute war die Hansestadt Haselünne mit ihren vielen Schnapsbrennereien das Ziel. Seit mehr als 200 Jahren macht man hier aus Körnern feinen Korn. Nach einer Fahrt entlang der Hase über Bokeloh (Buchenwald) mit Halt an der schönen, alten St. Vitus-Kirche (mit der Erich familiäre Erinnerungen verbindet) und dem Naturschutzgebiet Lahrer Moor kamen wir dort an und nahmen an einer Führung durch die Brennerei Berentzen teil. Der mehr als 600 Jahre alte „Westerholtsche Burgmannshof“ ist Herzstück des Besucherzentrums. Natürlich konnten wir als Besucher Produkte kosten. Selbstverständlich wurde nur genippt, denn es gilt: “Kein Alkohol am Lenker!“ Danach ging es über Bückelte und Lehrte und einer Kaffeepause im Hofcafé „Up de Deele“ zurück zum Hotel. (50 km)

Fakultativ zur Tagestour lockten die Musicals „SaturdayNightFever“ oder „Madagascar“ der „Emsländischen Freilichtbühne Meppen“ Besucher - wie Kinga - an.

Donnerstag, 20.06.2019 (72 km)

Heute musste die Gruppe ordentlich in die Pedale treten, um nach Sögel zu einem Highlight des Emslandes zu gelangen, dem Barockschloss Clemenswerth mit seinen acht Pavillons. Der Zentralpavillon ist das Herzstück der Anlage vom „Emslandmuseum Schloss Clemenswerth“. Der Kurfürst Clemens August hatte es als Jagdschloss bauen lassen. Entstanden ist eine sternförmige Barockanlage von einzigartigem Reiz. Die Hinfahrt erfolgte über Bokeloh, Lohe und Klein Berßen, zurück nach Meppen fuhren wir über Stavern und Apeldorn, nicht ohne sich auf dem Marktplatz von Sögel an einem der vielen Stände mit regionalen Köstlichkeiten gestärkt zu haben. Die Sögeler Busse lockten mit günstigen Touristenfahrpreisen und wer wollte, konnte sich bequem mit seinem Fahrrad nach Meppen kutschieren lassen.

Freitag, 21.06.2019 (48 km)

Nach einem Besuch der Höltingmühle, die auf einer Landzunge zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Hase steht, nahmen wir die Strecke entlang des Kanals nach Haren (Ems) mit seinem pittoresken Hafen und den Booten im dortigen Open-air-Schiffsmuseum am Haren-Rütenbrock-Kanal. Die für die Ems typischen Schiffe bieten Einblick in die verschiedenen Epochen der Schifffahrt. Das maritime Hafenflair lud zum längeren Verweilen ein, aber wir wollten ja noch dem Emsland Dom St. Martinus und dem Dankener See mit Schloss und Sandstrand einen Besuch abstatten.

Über Hebel, Wesuwe, Versen und Groß Fullen ging es dann zurück nach Meppen, Auf dem Rathausplatz parkten wir die Räder und schwärmten in alle Richtungen aus, um Souvenirs zu erstehen oder Eis und Torten zu verputzen, obwohl das schmackhafte, üppige Abendessen im Hotel schon auf uns wartete.

Samstag, 22.06.2019

„No bike today“. Heute, an unserem letzten Tag, ging es mit dem Bus nach Papenburg zur  Besichtigung der Meyer Werft. Dort werden riesige Kreuzfahrtschiffe gebaut. Einen Einblick hinter die Kulissen bietet das Besucherzentrum und die zweistündige professionelle Führung lieferte uns viele Informationen über innovativen Schiffbau der Superlative und hinterließ bei allen einen bleibenden, aber auch nachdenklichen Eindruck. In den “Musterkabinen“ erlebte die Gruppe ein bisschen „Kreuzfahrt-Feeling“ und zudem live, wie in den riesigen Hallen des Trockendocks die Traumschiffe von morgen entstehen.

Nach der Werksbesichtigung lockte Papenburg bei herrlichem Sonnenschein zu einem Spaziergang entlang der Kanäle mit blumengeschmückten Brücken und Ufern, wunderschönen Straßencafés und vielen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel dem 1913 erbauten Rathaus, der Bockwindmühle (lässt sich in alle Windrichtungen drehen), dem nach dem Vorbild von Riga erbauten „Alten Turm“ (1848), dem Veranstaltungszentrum „Forum alte Welt“ sowie den beiden Yachthäfen und dem Schifffahrtsmuseum in den Kanälen. Hier findet sich auch das Wahrzeichen der Stadt, die „Friederike von Papenburg“, auf der die Touristeninformation untergebracht ist.

Zurück im Hotel galt es nun leider Abschied zu nehmen.

Hans Bodo bedankte sich - wie immer humorvoll - in unser aller Namen bei Erich und Maria für die gelungene Radtour und die herzliche Rundumbetreuung.

Sonntag, 23.06.2019

Nach dem reichhaltigen und gesunden Frühstück traten alle Fahrgemeinschaften die Heimreise an, nicht ohne sich vorher wortreich und mit dem Versprechen auf ein hoffentlich gesundes Wiedersehen im nächsten Jahr verabschiedet zu haben.